„Welche Überraschung! Riesige Astkobolde füllen den
Raum. Obwohl die Figuren fest fixiert sind, scheint
sich da ein Tanzfest zu ereignen – die einen wiegen
und biegen sich, die andern stolzieren herum oder
beobachten in gelassener Ruhe, was sich da
abspielt.
Der Begriff Skulptur kommt vom lateinischen «sculpere» her – was so viel bedeutet wie «meisseln, schnitzen, herausschneiden». Einen Stechbeitel oder ein Schnitzmesser hat Alfons Bürgler allerdings nicht gebraucht, um diese Figuren zu schaffen. Aber herausgeschnitten hat er sie, mit Hilfe einer Säge, aus Bäumchen und Bäumen in Hecken und an Waldrändern, wo ohnehin abgeholzt oder ausgelichtet hätte werden müssen.
In Hautesrives, eine Autostunde südöstlich von Lyon, hat ein französischer Landbriefträger – ohne jegliche künstlerische Vorbildung – in den Jahren 1879–1912 an seinem «Palais idéal» gearbeitet. Der Ausgangspunkt: ein Stein, über den er auf einem Postgang gestolpert war. Er schaute sich den Stein genauer an: Wenn die Natur solch wunderbare Formen hervorbringe, dann wolle er der Maurer sein, der sie inszenieren würde, sagte er sich. Abertausende von grossen und kleinen Steinen hat er gesammelt und mit ihnen eine begehbare Riesenplastik geschaffen. Behauen hat er keine Steine, aber sie insofern transformiert, als er sie mit Hilfe von Zement in Figuren verwandelte oder sie zu Ornamenten arrangierte. Der initiale, kreative Akt war stets das Sehen, das Entdecken der Steine. Dasselbe gilt für Alfons Bürgler. Er sucht gezielt die Baumverästelungen nach Formen ab, die er – um 180 Grad gedreht – zu Figuren umwandeln kann.“
Der Begriff Skulptur kommt vom lateinischen «sculpere» her – was so viel bedeutet wie «meisseln, schnitzen, herausschneiden». Einen Stechbeitel oder ein Schnitzmesser hat Alfons Bürgler allerdings nicht gebraucht, um diese Figuren zu schaffen. Aber herausgeschnitten hat er sie, mit Hilfe einer Säge, aus Bäumchen und Bäumen in Hecken und an Waldrändern, wo ohnehin abgeholzt oder ausgelichtet hätte werden müssen.
In Hautesrives, eine Autostunde südöstlich von Lyon, hat ein französischer Landbriefträger – ohne jegliche künstlerische Vorbildung – in den Jahren 1879–1912 an seinem «Palais idéal» gearbeitet. Der Ausgangspunkt: ein Stein, über den er auf einem Postgang gestolpert war. Er schaute sich den Stein genauer an: Wenn die Natur solch wunderbare Formen hervorbringe, dann wolle er der Maurer sein, der sie inszenieren würde, sagte er sich. Abertausende von grossen und kleinen Steinen hat er gesammelt und mit ihnen eine begehbare Riesenplastik geschaffen. Behauen hat er keine Steine, aber sie insofern transformiert, als er sie mit Hilfe von Zement in Figuren verwandelte oder sie zu Ornamenten arrangierte. Der initiale, kreative Akt war stets das Sehen, das Entdecken der Steine. Dasselbe gilt für Alfons Bürgler. Er sucht gezielt die Baumverästelungen nach Formen ab, die er – um 180 Grad gedreht – zu Figuren umwandeln kann.“
Peter
Killer (Redaktor und Kunstkritiker
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